Verantwortungsvolles Reisen in der Dominikanischen Republik: Raus aus der Blase
Die Dominikanische Republik empfängt jährlich 10 Millionen Touristen – von denen 70% ihr Resort nie verlassen. Verantwortungsbewusster Tourismus beginnt mit einer einfachen Entscheidung: den Zaun zu überwinden.
Das All-inclusive-Problem
Das All-Inclusive-Modell dominiert die Dominikanische Republik – vor allem in Punta Cana, Bavaro und La Romana. Das Konzept ist einfach: Der Tourist zahlt ein Pauschalpaket, konsumiert innerhalb des Resorts und setzt keinen Fuß vor die Tür.
Das wirtschaftliche Problem ist strukturell. Die Resorts werden oft von internationalen Ketten betrieben. Die Lebensmittel werden importiert. Das Personal wird zum Mindestlohn bezahlt. Das Geld des Touristen fließt nicht in die lokale Wirtschaft – es geht direkt an die ausländischen Hauptsitze.
Das Umweltproblem ist offensichtlich: Verbauung der Küste, Grundwasserentnahme, unzureichend geklärte Abwässer. Die Strände von Punta Cana sind schön – aber die Korallenriffe vor den Hotels sind im Verfall begriffen.
Gemeinschaftliche Alternativen
Gemeinschaftstourismus existiert in der Dominikanischen Republik – er ist nur weniger sichtbar als die Resorts.
Paradies Caño Hondo (Los Haitises): Öko-Lodge am Rande des Nationalparks mit natürlichen Pools, die von Wasserfällen gespeist werden. Lokal geführt, lokale Arbeitsplätze, Einnahmen werden in die Gemeinschaft reinvestiert.
Die Kakao-Gemeinschaften von San Francisco de Macorís : Besichtigungen von Kakaoplantagen, handwerkliche Verarbeitung von der Kakaobohne bis zur Tafel, Verkostung. Der dominikanische Kakao gehört zu den besten der Welt – 70% der weltweiten Produktion von Edelkakao stammt von dieser Insel.
Fischerkooperativen von Bayahíbe : Fischer, die zu Führern für Ausflüge zur Insel Saona und zum Parque Nacional del Este umgeschult wurden. Die Alternative zu Massentouren im Katamaran mit offener Bar.
Kakao: Ein nachhaltiger Schatz
Die Dominikanische Republik ist der weltweit größte Exporteur von Bio-Kakao und der führende Produzent von Edelkakao. Kakaoplantagen sind Agroforstsysteme – Kakaobäume wachsen im Schatten größerer Bäume und schaffen so ein produktives Waldökosystem.
Was der Reisende tun kann Besuchen Sie die Plantagen (San Francisco de Macorís, Altamira, Hato Mayor) und kaufen Sie handwerkliche dominikanische Schokolade (Kah Kow, Chocal) anstelle von importierten Souvenirs. Jeder Peso, der für lokalen Kakao ausgegeben wird, unterstützt ein nachhaltiges landwirtschaftliches Modell.
Korallenriffe: Ein bedrohtes Erbe
Die Dominikanische Republik besitzt bedeutende Korallenriffe – die Plata Bank im Norden (Silver Bank, Schutzgebiet für Buckelwale) und die Riffe des Parque Nacional del Este. Chemische Sonnenschutzmittel, die Anker von Touristenschiffen und die Küstenentwicklung gefährden sie.
Was der Reisende tun kann : biologisch abbaubare Sonnencreme (ohne Oxybenzon) verwenden, zertifizierte Tauch- und Schnorchelveranstalter wählen, die Abstände zu den Korallen einhalten, Massenausflüge mit Katamaranen vermeiden, die auf den Riffen verankern.
Die Haitianer: die unsichtbare Frage
Über eine Million Haitianer leben und arbeiten in der Dominikanischen Republik – oft unter den prekärsten Bedingungen. Sie ernten Zuckerrohr, bauen Hotels, reinigen Zimmer. Viele sind ohne Papiere, ohne Rechte, ohne Rechtsmittel.
Der verantwortungsbewusste Reisende kann dieses Problem nicht lösen – aber er kann sich dessen bewusst sein. Das Servicepersonal mit Respekt und Würde behandeln. Trinkgelder direkt an die Personen geben (nicht in eine vom Hotel gesammelte Kasse). Sich über die sozialen Realitäten des Landes, das man besucht, informieren.
Lokal essen: Die einfachste Geste
Essenssäle statt Buffets. Die Comedores (kleine beliebte Restaurants) servieren die „Bandera du Jour“ (Gericht des Tages) für 150-250 DOP (2-4 EUR). Das Geld geht direkt an die Köchin und ihre Familie.
Colmados statt Supermärkte. Die Colmados sind das soziale Gefüge der Dominkaner – Lebensmittelgeschäft, Bar, Treffpunkt. Dort sein Presidente und seinen Snack zu kaufen, bedeutet, an der Wirtschaft des Viertels teilzuhaben.
Märkte statt Resort-Boutiquen. Der Mercado Modelo von Santo Domingo, der Markt von Santiago, die Dorfmärkte am Samstagmorgen – jeder Peso bleibt vor Ort.
Transport: Entscheidungen, die zählen
Die Guaguas statt der privaten Taxis für lange Strecken. Das Busnetz ist gut (Caribe Tours, Metro) und die Abdrücke sind gemeinsam.
Gehen und Radfahren in kleinen Städten. Las Terrenas, Cabarete, die Zona Colonial von Santo Domingo sind leicht zu Fuß zu erkunden.
Massenexkursionen vermeiden. Katamaran-Touren zur Insel Saona mit 200 Personen, Open Bar und lauter Musik sind weder verantwortungsbewusst noch angenehm. Bevorzugen Sie Kleingruppenausflüge mit lokalen Anbietern.
Toucan Discovery und verantwortungsvolle F&E
Unsere Dominikanischen Routen bevorzugen lokale Unterkünfte und umweltfreundliche Lodges, Gemeindeführer, kulinarische Erlebnisse in Comedores und auf Märkten. Die Dominikanische Republik hat alles, was man für ein verantwortungsbewusstes Reiseziel braucht – man muss nur über den All-inclusive-Armband hinausblicken.
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